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AUSWAHL AUS UNSEREN PRODUKTIONEN 2009-2011
 


DIAGNOSE: UNHEILBAR

Venedig, März 2011: Karneval, tausende Masken, eine der beeindruckendsten: ein riesiger schwarzer Engel. Unter der Maske steckt die Daniela Schmid, 42, aus Niederösterreich. Zum 4. Mal tritt Daniela in Venedig als Maske auf, jedes Mal umschwärmt von zahllosen Photographen. Was die Bewunderer nicht ahnen: Daniela ist seit 17 Jahren HIV-positiv, angesteckt von ihrem damaligen Freund. Der war Bluter und wurde selbst durch eine Blutkonserve mit dem Virus infiziert.
Als die Diagnose gestellt wurde, stand die Krankheit noch im Schmuddeleck, wurde mit Drogensucht und Homosexualität gleichgesetzt, galt als Todesurteil.
4 verschiedene Medikamente muss Daniela täglich einnehmen, der Mix schlägt sich auf den Magen und aufs Gemüt. Kein Job, keine eigenen Kinder, wenig Geld – ein reduziertes Leben, dem Daniela vor einigen Jahren ein Ende setzen wollte. Die Vorbereitungen auf Venedig und der Auftritt als Maske sind für sie lebenswichtig.
Daniela empfindet ihr Schicksal auch als Verantwortung: Sie geht in Schulen und erzählt Jugendlichen von der Krankheit, von ihrem Leben. Denn das Wissen über die Ansteckungsgefahren scheint trotz jahrzehntelanger Aufklärung noch immer nicht selbstverständlich – immer noch wird Daniela mit Ablehnung und diffusen Ängsten konfrontiert.
Eines von drei Schicksalen unheilbar kranker Menschen, die "Am Schauplatz" porträtiert.

"Am Schauplatz", 25.11.2011, 30min
 
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FAMILIE INDIANA JONES

Wenn sie mit ihrer 6-jährigen Tochter durch die engen Gassen von Selcuk spaziert, würde niemand vermuten, dass sie die Chefin eines riesigen Wissenschaftsbetriebes ist: Sabine Ladstätter, 42, wurde vor drei Jahren zur Leiterin von Ephesos, Österreichs größter archäologischer Grabung, bestellt. Damit übernahm sie den prestigeträchtigsten Job, den die Österreichische Archäologie zu vergeben hat. Und das kam einer Revolution in dem höchst konservativen Milieu gleich: Sie sei viel zu jung, hieß es, außerdem eine Frau (die erste in 115 Jahren!) und obendrein zu unerfahren.
Etwa 250 internationale Wissenschaftler pro Saison forschen unter ihrer Leitung, dazu kommt das Hilfspersonal für die Grabungen und das geräumige Grabungshaus. Ein Budget von rund 800.000.- Euro pro Jahr hat Sabine Ladstätter zu verwalten. Schon als Kind, so erzählt sie, habe sie in der Sandkiste ihren Cousin zu „Grabungen“ kommandiert. Mittlerweile ist die Sandkiste also ganz schön groß geworden. Meist an Ladstätters Seite: Ihre kleine Tochter Hemma, die das Leben im Grabungshaus mit kindlicher Begeisterung genießt. Hemma zählt mittlerweile zu den „Routiniers“ vor Ort. Seit ihrem 2. Lebensjahr verbringt sie die Monate Mai bis Oktober in Selcuk (nahe Izmir), in dem sich das Grabungshaus befindet. Während Mama Grabungen überwacht, Touristen herumführt, Streitigkeiten schlichtet, neue Projekte plant oder Gäste begrüßt, verbringt Hemma den Tag mit ihren türkischen Freundinnen. Natürlich spricht sie längst fließend Türkisch. Und dann ist da ja auch noch der Papa, Helmut Schwaiger, Steirer und ebenfalls Archäologe. Sabine ist also nicht nur seine Partnerin, sondern auch seine Chefin – Familie „Indiana Jones“ sozusagen, mit umgekehrten Vorzeichen allerdings.
Neben Dr. Ladstätter leiten zwei weitere junge Frauen die Grabungen: Mag. Lili Zabrana, 31, hat soeben ein bislang unbekanntes Theater entdeckt; und Dr. Barbara Horejs, 34, forscht auf einem uralten Siedlungshügel nach den Ursprüngen unserer Zivilisation: 8200 Jahre alte Knochensplitter, Holzkohlepartikel und Samenreste erzählen vom Leben der Menschen in der Steinzeit.

"Aus dem Leben"/ ServusTV, Erstausstrahlung im August 2011, 30min
 
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Dr. Barbara Horejs am Grabungsareal: Ein Blick auf 8000 Jahre Menschheitsgeschichte
 
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Familie Indiana Jones: Dr. Sabine Ladstätter, Tochter Hemma, Helmut Schwaiger
 

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For TVEIN KUSS MACHT KASSE

2012 feiert Österreich den 150. Geburtstag von Gustav Klimt. Klimt-Ski, Klimt-Barbie-Puppen, Klimt-Polster, Klimt-Bonbonnieren, ein Klimt-Musical – das Geschäft mit Klimt boomt, die Tourismusindustrie zwischen Wien und dem Attersee (Klimts Sommerfrischedomizil) verspricht sich Umsatzrekorde. Wir begeben uns auf eine filmische Schnitzeljagd von Wien nach Südchina (wo man preisgünstige Klimt-Kopien in Auftrag geben kann), weiter nach Oberfranken (da werden Klimtbilder als 3D-Porzellanfiguren hergestellt), an den Attersee (Klimt-Pralinen!) und wieder zurück nach Wien, wo das ein Klimt-Hotel, ein Klimt-Altersheim und mehrere Klimt-Ausstellungen zu besichtigen sind. Stärken kann man sich schließlich mit Sezessionsnockerln aus dem Klimt-Kochbuch.
Zu Wort kommt ein Enkel des Künstlers, Gustav Zimmermann, der dem Treiben ziemlich fassungslos gegenüber steht.

artgenossen, ORF und 3SAT, Ausstrahlung 2012, 30min
 
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For TVDIE ERBEN DES SCHATTENFÄNGERS

Das südlichste Museum der Welt befindet sich in dem winzigen Ort Puerto Williams im chilenischen Teil Feuerlands. Und es ist einem Österreicher gewidmet: dem Steyler Missionar Martin Gusinde, der zwischen 1918 und 1924 mehrere Forschungsreisen nach Feuerland unternahm, um dort die dem Untergang geweihte Kultur der Feuerlandindianer zu studieren und in faszinierenden s/w-Fotografien zu dokumentieren. Gusinde lebte monatelang mit diesen Seenomaden in der unwirtlichen Natur des äußersten Südens Lateinamerikas, er wurde sogar in den Stamm der Yamana aufgenommen.
Heute, im 21. Jh., ist der Orden der Steyler Missionare immer noch sehr stark in Chile vertreten, sein „linker“ Flügel steht noch immer auf Seiten der Indianer. Nur ist es heute das Volk der Mapuche, das unter Ausgrenzung, Enteignung und Marginalisierung zu leiden hat. Fernando Diaz ist Professor für Missionswissenschaften in Temuco/Chile, den Großteil seiner Arbeitskraft widmet er der Verbesserung der Lebenssituation der Mapuche. Gemeinsam mit ihnen führt er einen entschlossenen Kampf gegen die Willkür der chilenischen Staatsmacht und sucht dabei nach neuen Wegen der Mission: „Wir sollten uns fragen, ob wir als Kirche genügend Mut und Großmut haben, die indigenen Völker auf ihrem befreienden Weg nicht nur zu begleiten, sondern auch den indigenen Kirchen zu helfen, mit Blick auf ihre eigenen Kulturen zu einer echten Erneuerung zu werden, zu einer Bereicherung der Universalkirche.“
Ein Dokumentation zum Ausklang des „Jahres der indigenen Völker“.


"kreuz&quer", 28.12.2010, 35min


 
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For TVDirk Stermann präsentiert:
ÖSTERREICH SUCHT DEN SUPERDIALEKT

Zu viele Deutsche an Österreichs Universitäten? Österreichische Buchverlage, die von der deutschen Konkurrenz überrollt werden? Die Übermacht deutscher Privatsender gegen den ORF? Damit muss endlich Schluss sein!

Österreich benötigt ein einheitliches, klar erkennbares Sprachbild: Um sich vom deutschsprachigen Ausland abzugrenzen, um österreichische Identität zu stärken und um mit eigenständiger Mund-Art das TV-Publikum zielgerichteter binden zu können.

Aber welcher der vielen Dialekte des Landes soll nun die neue Staatssprache werden?

Um diese Frage zu klären, findet der Wettbewerb (und eben nicht die „Castingshow“!) „Österreich Sucht Den SUPERDIALEKT“ statt: 10 Vertreter aus allen Bundesländern werden in ihrer Heimatgemeinde vorgestellt, ehe sie auf der Superdialekt-Bühne (ein Stadl im Herzen Österreichs, im oberösterreichischen Gosau) ihre Mundart vertreten müssen.

Übersetzt wurden Szenen aus dem Kanon der österreichischen Theaterliteratur („König Ottokars Glück und Ende“ auf Lustenauerisch, „Herr Karl“ auf Stubaierisch), Teile der Bundesverfassung (der Artikel 7 auf Kärntner Deutsch), es gibt eine nie gehaltenen Rede des Finanzministers in der Ui-Mundart (NÖ), tiefsinnige Laura-Rudas-Zitate auf Kärntner Slowenisch oder einen Dialog Strache-Dörfler auf Burgenland-Kroatisch und Pongauerisch.

Präsentiert und moderiert wird „Österreich Sucht Den SUPERDIALEKT“ von einem (neutralen) Deutschen: von Dirk Stermann.

Und da es sich um eine Veranstaltung von staatstragender Bedeutung handelt, darf natürlich auch der Herr Bundespräsident (in Gestalt von „Maschek“ Peter Hörmannseder) nicht fehlen: Er spricht einleitende Worte und wird schließlich am Ende der Sendung verkünden, welcher Dialekt Österreichs neue Staatssprache werden soll.

Abgestimmt wird per Internet.

Für den Musikteil sorgt das (Wienerlied)-Trio „Lepschi“ mit Krimi-Autor Stefan Slupetzky („Der Lemming“).

"artgenossen", 25.10.2010, 45 min
 
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Dirk Stermann und Kandidaten
 

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SEXUALBEGLEITUNG

Wie können Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen ihre Saxualität ausleben? Ein Tabuthema, immer noch. Die entsprechenden Gesetzestexte sind veraltet und gehen vom Schutzgedanken für Menschen mit Beeinträchtigungen aus.

Doch seit 2009 gibt es in Österreich sieben ausgebildete Sexualbegleiter: ein Mann und sechs Frauen, die behinderten Menschen ein Mindestmaß an Sexualleben ermöglichen sollen. Mehr als 70 Klienten werden von den sieben betreut und die Anfragen bei den Sexualbegleiterinnen werden immer mehr. Zwischen 70 und 100 € kostet ein Termin. Als ProstituierteR sehen sich die BegleiterInnen nicht und so grenzte man sich durch die Schaffung der eigenen Berufsbezeichnung von der „normalen“ Sexarbeit ab.

Wir porträtieren zwei Sexualbegleiterinnen und zeigen sie bei der Arbeit mit ihren Klienten.

"Thema", 4.10.2010, 10 min


 
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For TVSLATIN PASCHA - Feuer und Schwert im Sudan

Rudolf Slatin, Sohn eines Wiener Seidenfärbers, war 21 Jahre alt, als er in die Dienste von General Charles Gordon, britischer Statthalter von Äquatoria, eintrat. Äquatoria umfasste damals Ägypten und den Sudan. Innerhalb von nur wenigen Monaten wurde der abenteuerlustige Wiener zum Herren über Darfur – ein riesiges Territorium im Westen des Sudan, so groß wie Frankreich.

Anfang der 80er-Jahre brach im Sudan der Aufstand des Mahdi aus: Eine fundamentalistisch geprägte Revolution fegte über das Land, die Truppen des Mahdi eroberten die Hauptstadt Khartoum. 1883 geriet Rudolf Slatin in die Hände des Mahdi – für die nächsten 12 Jahre sollte er der prominenteste Gefangene des Nachfolgers des früh verstorbenen Mahdi bleiben: des Diktators Al-Khalifa.

Nach 12 endlosen Jahren schließlich – im Jahr 1895 – gelang Slatin mit Hilfe des britischen Geheimdienstes eine ebenso waghalsige wie spektakuläre Flucht: Durch viele hundert Kilometer trockenster Wüstengebiete, verfolgt von den wütenden Schergen des Khalifa, gelangte er – erschöpft und abgerissen – endlich nach Assuan, in ein von den Engländern kontrolliertes Gebiet.

Die Nachricht von diesem Abenteuer verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa. Der kleine Wiener Leutnant wurde über Nacht zum Superstar: Slatin Pascha war geboren! Europäische Zeitungen berichteten in riesigen Schlagzeilen von Slatins jahrelangem Aufenthalt unter arabischen Aufrührern, sein propagandistisches Buch „Feuer und Schwert im Sudan“ wurde zu einem europaweiten Bestseller und brachte seinem Verfasser Reichtum und Ruhm ein. Queen Victoria lud Slatin Pascha regelmäßig auf ihre Schlösser, er avancierte zum Brigadegeneral und wurde sowohl von der Queen als auch von Kaiser Franz Joseph geadelt.

Von 1900 bis 1914 war Slatin - als ranghöchster Nichtbrite in Diensten des Empire - Vizegouverneur des Sudan und trug so wesentlich zur Entstehung des heutigen Staatsgebildes bei.

Slatins Enkel George Galitzine besucht 2010 die Nachfahren des Mahdi und des Khalifa und folgt damit einer schriftlichen Einladung, die noch aus jener Zeit stammt, als Rudolf Slatin Geisel des Khalifa in Omdurman war.

Kinoproduktion in Zusammenarbeit mit FISCHER FILM Wien/Linz.
Finanziert aus Mitteln des ÖFI, filmfonds-wien und ORF
PRODUKTIONSBEGINN NOVEMBER 2009, Dreharbeiten im Sudan, im Tschad und in GB abgeschlossen. Fertigstellung Anfang 2012.
 
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Markt in Omdurman, der Stadt des Mahdi
 

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GNADENLOS GENIAL- ERICH SOKOL

Er war gerade mal 24 Jahre alt, als er 1957 Cartoonist des Playboy wurde. Mit 27 feierte ihn die Wiener Arbeiterzeitung als einen der besten österreichischen Karikaturisten. Wenig später wurde er zum Art Director des ORF bestellt: Erich Sokol (1933 – 2003) gilt als einer der profiliertesten und international renommiertesten Zeichner, Karikaturisten und Cartoonisten Österreichs.
Am bekanntesten und bis heute stilbildend für viele seiner Nachfolger sind die großen, farbigen Porträts der Celebrities des österreichischen Kultur- und Politkanons. Mit unbestechlichem Blick für's Wesentliche charakterisierte Sokol seine "Opfer" liebevoll und gnadenlos zugleich, sodass manches Porträt "echter" wirkt, als das Original.
Für den ORF entwarf er das gesamte Corporate Design – inklusive Silberfarbe und bis heute unverändertem „ORF-Auge“: Ende der 60er-Jahre eine für österreichische Verhältnisse erstaunliche Pioniertat.
"artgenossen" zeigt neben seinen Arbeiten aus vier Jahrzehnten auch den Menschen Erich Sokol: einen Künstler voller Selbstzweifel, Lebemann und Familienvater, Schmähbruder der legendären "Gutruf"-Clique und Arbeitstier. Zu Wort kommen u.a. sein Zwillingsbruder Alfred, sein Chef bei der AZ, Franz Kreuzer, Gutruf-Zechgenosse Teddy Podgorski, Freundin Kitty Kino, Hannes Androsch und Tochter Johanna.

artgenossen, 12.4.2010, 30 min.

 

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For TVDER MISSIONAR AUS AFRIKA

Wer den Kaplan von Ober Grafendorf besucht, dem fällt in der Pfarrkanzlei eine Karikatur auf: Von links nach rechts gehend ein afrikanischer Priester in weißer Soutane, auf seinem Koffer steht „Mission Europa“. In die Gegenrichtung marschiert ein europäischer Priester, der Europäer sieht dem Afrikaner verdutzt nach. „Der Europäer denkt sich: Was hat der Afrikaner da in seinem Koffer, was kann der aus Afrika für seine Mission schon groß mitbringen“, kommentiert Pfarrer Emeka Emeakaroha das Bild – es ist klar, dass er sich in der Karikatur selbst wiedererkennt. Denn dass er als Missionar hier ist, daran lässt Dr. Emeakaroah, geboren in Nigeria und zum Volk der Ibo gehörig, nicht den geringsten Zweifel.

Emeka wuchs in Umunohu in Ostnigeria auf – ein sehr einfaches Dorf: keine Kanalisation, kein Strom, keine Wasserleitung, Lehmstrassen, kleine Hütten. Weil seine Heimatdiözese eine Partnerschaft mit der Diözese St. Pölten im kühlen Österreich einging, landet der Student 1995 schließlich am Priesterseminar in Niederösterreich. Vier Jahre später wird er zum Priester geweiht und zum Kaplan in Ober Grafendorf ernannt. 2004 wird er Pfarrer in Weinburg, zusätzlich unterrichtet er Religion am Gymnasium in Lilienfeld.

Was also bringt der afrikanische Geistliche in seinem Koffer mit nach Europa? „In meiner Heimat dauert eine Messe mindestens drei Stunden“, erzählt er, „niemand würde es verstehen, wenn schon nach 90 Minuten Schluss wäre.“ Sehr schnell musste er einsehen, dass man hier nicht länger als höchstens 50 Minuten in der Kirche sitzen will. „Aber ich versuche, diesen Spirit des Gemeinsamen in meine Pfarrgemeinde zu tragen." "Lobet den Herren!" ruft er laut in seine Kirche. Und seine Gemeinde donnert ihm ein kräftiges "Halleluja!" als Antwort entgegen. Pfarrer Emeka zieht Vergleiche: „In Afrika ist das Kreuz angesichts des vielen Leids sehr nachvollziehbar. Daher wird auch die Auferstehung sehr konkret empfunden: Sie lässt eine afrikanische Familie abends einschlafen, obwohl Vater und Mutter nicht wissen, womit sie morgen den Hunger ihrer Kinder stillen sollen.“

Im August 2009 reiste Emeka zum bereits dritten Mal mit 17 Österreichern in seine Heimat, im Gepäck tausende Brillen und Medikamente – gesammelt in Niederösterreich, für die Menschen von Umunohu. Die freiwilligen Helfer: Ärzte, Krankenschwestern, Optiker, Medizinstudenten. In drei Wochen wurden rund 3000 Patienten behandelt, Wunden versorgt, Medikamente und Brillen verteilt. Die Österreicher wohnten während ihres dreiwöchigen Aufenthalts am Hof von Emekas Familie, hier befand sich auch das improvisierte „Spital“.

Wir begleiteten den Pfarrer in seinen niederösterreichischen Gemeinden und in seiner Heimat Nigeria.

"kreuz & quer", 15.9.2009 (35 min)
 
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Pfarrer Emeka und die österreichischen Helfer in Ostnigeria
 

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For TVGHOSTWRITER

Der Zuschauer als Bestsellerautor.
Sie sind romantisch veranlagt und träumen davon, einen Liebesroman zu schreiben?
Sie sind Experte für zum Beispiel Alles und der Meinung, ein Buch würde ihren Marktwert erheblich steigern?
Sie sind prominent und davon überzeugt, dass die Welt nach Ihren Memoiren lechzt?
ABER SIE KÖNNEN NICHT SCHREIBEN!?!
Kein Problem, vorausgesetzt, Sie haben das nötige Kleingeld. Engagieren Sie ganz einfach einen Ghostwriter!
Wir zeigen Ihnen, was Sie tun müssen und was Sie der Spaß kostet!

Ghostwriting in der Literaturgeschichte und in der Gegenwart.
Selbst Goethe ließ schreiben. Teile seines „Wilhelm Meister“ etwa stammen aus der Feder seines Sekretärs Eckermann, auch Hauslehrer Riemer hat für den Dichterfürsten geschrieben. Was in der Malerei Gang und Gäbe war, nämlich die Arbeit einer Werkstatt für einen bestimmten Namen – heute würde man sagen: für eine Marke – kam durchaus auch in der Welt der Literatur vor: Dumas Vater und Sohn etwa beschäftigten über 70 Ghosts, die „Drei Musketiere“ oder „Die Kameliendame“ wurden von Ghosts verfasst. Weitere berühmte Autoren, die Ghosts benutzten: Brecht, Balzac, Scribe, Cocteau, Bertrand Russel, John Irving etc. Auch wenn nicht laut darüber geredet wird: Ghosts sind für Verlage mittlerweile unverzichtbar. Sie liefern zuverlässig und pünktlich, haben keine eigenen Ambitionen und sind „easy to handle“. Um die Mitarbeit eines Ghost zu verschleiern, werden sie oft einfach anders genannt: Sie heißen dann „Bearbeiter“ oder „Lektor“

Ghostwriting bei Autobiografien und Sachbüchern.
Kaum ein Promi hat seine Bio selbst verfasst, fast immer steht ein Geisterschreiber im Hintergrund – meist ungenannt. Auch Ratgeber, Fach- und Sachbücher werden nur selten von demjenigen geschrieben, der auf dem Cover steht: Weil der Finanzguru XY zwar vielleicht ein schlaues Kerlchen ist, aber weder die Zeit, noch das Können hat, ein Buch zu schreiben (und dieser Zeitaufwand vielleicht auch gar nicht bezahlbar wäre). Sechzig bis siebzig Prozent aller Non-Fiction-Bücher sind geghostet.

Zu Wort kommen Ghostwriter, Literaturagenten, Verleger und Dagmar Koller. Sie erzählt, wie sie mit Hilfe ihrer Ghostwriterin Senta Ziegler gerade ein neues Buch über den Verlust ihres Ehemanns schreibt.

"artgenossen", 14.9.2009, (30 min)
 
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Ein Star und sein Ghost: Dagmar Koller und Senta Ziegler
 

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For TVHERZTRANSPLANTATION

Alfred Schneider, pensionierter Richter und frischgebackener Großvater, ist 65 und hat nur mehr wenige Monate zu leben – wenn er nicht bald ein neues Herz bekommt.

Daniel Zimpfer, Assistenzarzt und meistbeschäftigter Transplanteur am AKH, ist 28 und wird Herrn Schneider operieren – falls rechtzeitig ein Spenderherz angeboten wird.

Seit 25 Jahren werden am Wiener AKH Herztransplantationen durchgeführt. Die OP selbst ist – sagen die Herzchirurgen – nicht schwierig, eine Frage der Routine.

Was die Sache wirklich kompliziert macht, ist der enorme logistische Aufwand, der erforderlich ist, um ein Spenderherz aus irgendeinem Teil Europas innerhalb von maximal 4 Stunden nach Wien zu transportieren und im Empfänger wieder zum Schlagen zu bringen.

„Thema“ hat Herrn Schneider während der Wartezeit begleitet: Der psychische Druck, der auf dem Patienten und seiner Familie lastet, ist enorm. Jederzeit kann die Mitteilung kommen: „Ihr neues Herz ist da, die Rettung holt Sie in 20 Minuten ab“.
Und „Thema“ war während der dramatischen Stunden dabei, als endlich ein Spenderherz zur Verfügung stand und alles ganz schnell gehen musste: die Organisation von Rettung und Privatjet; die Koordination zweier Chirurgenteams für Entnahme und Transplantation; das Timing der fast zeitgleich beginnenden OPs an zwei verschiedenen Orten; und schließlich der berührende Moment, wenn das neue Herz in der offenen Brust des Empfängers zu schlagen beginnt.

„Herztransplantation“ ist übrigens ein Thema, das JEDEN betreffen kann: Erstens, weil es oft eine harmlose Grippe ist, die eine Herzerkrankung auslöst; und zweitens, weil in Österreich die sogenannte Widerspruchsregelung gilt: Jeder ist potentieller Spender, sofern er sich nicht dezidiert dagegen entscheidet.

"Thema", 15.6.2009, (25 min)
 
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Organtransport: Herz und Lunge werden im Privatjet eingeflogen
 
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