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AUSWAHL AUS UNSEREN PRODUKTIONEN 2009/2010


 
For TVSLATIN PASCHA - Feuer und Schwert im Sudan

Rudolf Slatin, Sohn eines Wiener Seidenfärbers, war 21 Jahre alt, als er in die Dienste von General Charles Gordon, britischer Statthalter von Äquatoria, eintrat. Äquatoria umfasste damals Ägypten und den Sudan. Innerhalb von nur wenigen Monaten wurde der abenteuerlustige Wiener zum Herren über Darfur – ein riesiges Territorium im Westen des Sudan, so groß wie Frankreich.

Anfang der 80er-Jahre brach im Sudan der Aufstand des Mahdi aus: Eine fundamentalistisch geprägte Revolution fegte über das Land, die Truppen des Mahdi eroberten die Hauptstadt Khartoum. 1883 geriet Rudolf Slatin in die Hände des Mahdi – für die nächsten 12 Jahre sollte er der prominenteste Gefangene des Nachfolgers des früh verstorbenen Mahdi bleiben: des Diktators Al-Khalifa.

Nach 12 endlosen Jahren schließlich – im Jahr 1895 – gelang Slatin mit Hilfe des britischen Geheimdienstes eine ebenso waghalsige wie spektakuläre Flucht: Durch viele hundert Kilometer trockenster Wüstengebiete, verfolgt von den wütenden Schergen des Khalifa, gelangte er – erschöpft und abgerissen – endlich nach Assuan, in ein von den Engländern kontrolliertes Gebiet.

Die Nachricht von diesem Abenteuer verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa. Der kleine Wiener Leutnant wurde über Nacht zum Superstar: Slatin Pascha war geboren! Europäische Zeitungen berichteten in riesigen Schlagzeilen von Slatins jahrelangem Aufenthalt unter arabischen Aufrührern, sein propagandistisches Buch „Feuer und Schwert im Sudan“ wurde zu einem europaweiten Bestseller und brachte seinem Verfasser Reichtum und Ruhm ein. Queen Victoria lud Slatin Pascha regelmäßig auf ihre Schlösser, er avancierte zum Brigadegeneral und wurde sowohl von der Queen als auch von Kaiser Franz Joseph geadelt.

Von 1900 bis 1914 war Slatin - als ranghöchster Nichtbrite in Diensten des Empire - Vizegouverneur des Sudan und trug so wesentlich zur Entstehung des heutigen Staatsgebildes bei.

Slatins Enkel George Galitzine besucht 2010 die Nachfahren des Mahdi und des Khalifa und folgt damit einer schriftlichen Einladung, die noch aus jener Zeit stammt, als Rudolf Slatin Geisel des Khalifa in Omdurman war.

Kinoproduktion in Zusammenarbeit mit FISCHER FILM Wien/Linz.
Finanziert aus Mitteln des ÖFI, filmfonds-wien und ORF
PRODUKTIONSBEGINN NOVEMBER 2009
 
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Markt in Omdurman, der Stadt des Mahdi
 


GNADENLOS GENIAL- ERICH SOKOL

Er war gerade mal 24 Jahre alt, als er 1957 Cartoonist des Playboy wurde. Mit 27 feierte ihn die Wiener Arbeiterzeitung als einen der besten österreichischen Karikaturisten. Wenig später wurde er zum Art Director des ORF bestellt: Erich Sokol (1933 – 2003) gilt als einer der profiliertesten und international renommiertesten Zeichner, Karikaturisten und Cartoonisten Österreichs.
Am bekanntesten und bis heute stilbildend für viele seiner Nachfolger sind die großen, farbigen Porträts der Celebrities des österreichischen Kultur- und Politkanons. Mit unbestechlichem Blick für's Wesentliche charakterisierte Sokol seine "Opfer" liebevoll und gnadenlos zugleich, sodass manches Porträt "echter" wirkt, als das Original.
Für den ORF entwarf er das gesamte Corporate Design – inklusive Silberfarbe und bis heute unverändertem „ORF-Auge“: Ende der 60er-Jahre eine für österreichische Verhältnisse erstaunliche Pioniertat.
"artgenossen" zeigt neben seinen Arbeiten aus vier Jahrzehnten auch den Menschen Erich Sokol: einen Künstler voller Selbstzweifel, Lebemann und Familienvater, Schmähbruder der legendären "Gutruf"-Clique und Arbeitstier. Zu Wort kommen u.a. sein Zwillingsbruder Alfred, sein Chef bei der AZ, Franz Kreuzer, Gutruf-Zechgenosse Teddy Podgorski, Freundin Kitty Kino, Hannes Androsch und Tochter Johanna.
artgenossen, 12.4.2010, 30 min.

 




 
For TVDER MISSIONAR AUS AFRIKA

Wer den Kaplan von Ober Grafendorf besucht, dem fällt in der Pfarrkanzlei eine Karikatur auf: Von links nach rechts gehend ein afrikanischer Priester in weißer Soutane, auf seinem Koffer steht „Mission Europa“. In die Gegenrichtung marschiert ein europäischer Priester, der Europäer sieht dem Afrikaner verdutzt nach. „Der Europäer denkt sich: Was hat der Afrikaner da in seinem Koffer, was kann der aus Afrika für seine Mission schon groß mitbringen“, kommentiert Pfarrer Emeka Emeakaroha das Bild – es ist klar, dass er sich in der Karikatur selbst wiedererkennt. Denn dass er als Missionar hier ist, daran lässt Dr. Emeakaroah, geboren in Nigeria und zum Volk der Ibo gehörig, nicht den geringsten Zweifel.

Emeka wuchs in Umunohu in Ostnigeria auf – ein sehr einfaches Dorf: keine Kanalisation, kein Strom, keine Wasserleitung, Lehmstrassen, kleine Hütten. Weil seine Heimatdiözese eine Partnerschaft mit der Diözese St. Pölten im kühlen Österreich einging, landet der Student 1995 schließlich am Priesterseminar in Niederösterreich. Vier Jahre später wird er zum Priester geweiht und zum Kaplan in Ober Grafendorf ernannt. 2004 wird er Pfarrer in Weinburg, zusätzlich unterrichtet er Religion am Gymnasium in Lilienfeld.

Was also bringt der afrikanische Geistliche in seinem Koffer mit nach Europa? „In meiner Heimat dauert eine Messe mindestens drei Stunden“, erzählt er, „niemand würde es verstehen, wenn schon nach 90 Minuten Schluss wäre.“ Sehr schnell musste er einsehen, dass man hier nicht länger als höchstens 50 Minuten in der Kirche sitzen will. „Aber ich versuche, diesen Spirit des Gemeinsamen in meine Pfarrgemeinde zu tragen." "Lobet den Herren!" ruft er laut in seine Kirche. Und seine Gemeinde donnert ihm ein kräftiges "Halleluja!" als Antwort entgegen. Pfarrer Emeka zieht Vergleiche: „In Afrika ist das Kreuz angesichts des vielen Leids sehr nachvollziehbar. Daher wird auch die Auferstehung sehr konkret empfunden: Sie lässt eine afrikanische Familie abends einschlafen, obwohl Vater und Mutter nicht wissen, womit sie morgen den Hunger ihrer Kinder stillen sollen.“

Im August 2009 reiste Emeka zum bereits dritten Mal mit 17 Österreichern in seine Heimat, im Gepäck tausende Brillen und Medikamente – gesammelt in Niederösterreich, für die Menschen von Umunohu. Die freiwilligen Helfer: Ärzte, Krankenschwestern, Optiker, Medizinstudenten. In drei Wochen wurden rund 3000 Patienten behandelt, Wunden versorgt, Medikamente und Brillen verteilt. Die Österreicher wohnten während ihres dreiwöchigen Aufenthalts am Hof von Emekas Familie, hier befand sich auch das improvisierte „Spital“.

Wir begleiteten den Pfarrer in seinen niederösterreichischen Gemeinden und in seiner Heimat Nigeria.

"kreuz & quer", 15.9.2009 (35 min)
 
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Pfarrer Emeka und die österreichischen Helfer in Ostnigeria
 




 
For TVGHOSTWRITER

Der Zuschauer als Bestsellerautor.
Sie sind romantisch veranlagt und träumen davon, einen Liebesroman zu schreiben?
Sie sind Experte für zum Beispiel Alles und der Meinung, ein Buch würde ihren Marktwert erheblich steigern?
Sie sind prominent und davon überzeugt, dass die Welt nach Ihren Memoiren lechzt?
ABER SIE KÖNNEN NICHT SCHREIBEN!?!
Kein Problem, vorausgesetzt, Sie haben das nötige Kleingeld. Engagieren Sie ganz einfach einen Ghostwriter!
Wir zeigen Ihnen, was Sie tun müssen und was Sie der Spaß kostet!

Ghostwriting in der Literaturgeschichte und in der Gegenwart.
Selbst Goethe ließ schreiben. Teile seines „Wilhelm Meister“ etwa stammen aus der Feder seines Sekretärs Eckermann, auch Hauslehrer Riemer hat für den Dichterfürsten geschrieben. Was in der Malerei Gang und Gäbe war, nämlich die Arbeit einer Werkstatt für einen bestimmten Namen – heute würde man sagen: für eine Marke – kam durchaus auch in der Welt der Literatur vor: Dumas Vater und Sohn etwa beschäftigten über 70 Ghosts, die „Drei Musketiere“ oder „Die Kameliendame“ wurden von Ghosts verfasst. Weitere berühmte Autoren, die Ghosts benutzten: Brecht, Balzac, Scribe, Cocteau, Bertrand Russel, John Irving etc. Auch wenn nicht laut darüber geredet wird: Ghosts sind für Verlage mittlerweile unverzichtbar. Sie liefern zuverlässig und pünktlich, haben keine eigenen Ambitionen und sind „easy to handle“. Um die Mitarbeit eines Ghost zu verschleiern, werden sie oft einfach anders genannt: Sie heißen dann „Bearbeiter“ oder „Lektor“

Ghostwriting bei Autobiografien und Sachbüchern.
Kaum ein Promi hat seine Bio selbst verfasst, fast immer steht ein Geisterschreiber im Hintergrund – meist ungenannt. Auch Ratgeber, Fach- und Sachbücher werden nur selten von demjenigen geschrieben, der auf dem Cover steht: Weil der Finanzguru XY zwar vielleicht ein schlaues Kerlchen ist, aber weder die Zeit, noch das Können hat, ein Buch zu schreiben (und dieser Zeitaufwand vielleicht auch gar nicht bezahlbar wäre). Sechzig bis siebzig Prozent aller Non-Fiction-Bücher sind geghostet.

Zu Wort kommen Ghostwriter, Literaturagenten, Verleger und Dagmar Koller. Sie erzählt, wie sie mit Hilfe ihrer Ghostwriterin Senta Ziegler gerade ein neues Buch über den Verlust ihres Ehemanns schreibt.

"artgenossen", 14.9.2009, (30 min)
 
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Ein Star und sein Ghost: Dagmar Koller und Senta Ziegler
 




 
For TVHERZTRANSPLANTATION

Alfred Schneider, pensionierter Richter und frischgebackener Großvater, ist 65 und hat nur mehr wenige Monate zu leben – wenn er nicht bald ein neues Herz bekommt.

Daniel Zimpfer, Assistenzarzt und meistbeschäftigter Transplanteur am AKH, ist 28 und wird Herrn Schneider operieren – falls rechtzeitig ein Spenderherz angeboten wird.

Seit 25 Jahren werden am Wiener AKH Herztransplantationen durchgeführt. Die OP selbst ist – sagen die Herzchirurgen – nicht schwierig, eine Frage der Routine.

Was die Sache wirklich kompliziert macht, ist der enorme logistische Aufwand, der erforderlich ist, um ein Spenderherz aus irgendeinem Teil Europas innerhalb von maximal 4 Stunden nach Wien zu transportieren und im Empfänger wieder zum Schlagen zu bringen.

„Thema“ hat Herrn Schneider während der Wartezeit begleitet: Der psychische Druck, der auf dem Patienten und seiner Familie lastet, ist enorm. Jederzeit kann die Mitteilung kommen: „Ihr neues Herz ist da, die Rettung holt Sie in 20 Minuten ab“.
Und „Thema“ war während der dramatischen Stunden dabei, als endlich ein Spenderherz zur Verfügung stand und alles ganz schnell gehen musste: die Organisation von Rettung und Privatjet; die Koordination zweier Chirurgenteams für Entnahme und Transplantation; das Timing der fast zeitgleich beginnenden OPs an zwei verschiedenen Orten; und schließlich der berührende Moment, wenn das neue Herz in der offenen Brust des Empfängers zu schlagen beginnt.

„Herztransplantation“ ist übrigens ein Thema, das JEDEN betreffen kann: Erstens, weil es oft eine harmlose Grippe ist, die eine Herzerkrankung auslöst; und zweitens, weil in Österreich die sogenannte Widerspruchsregelung gilt: Jeder ist potentieller Spender, sofern er sich nicht dezidiert dagegen entscheidet.

"Thema", 15.6.2009, (25 min)
 
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Organtransport: Herz und Lunge werden im Privatjet eingeflogen
 
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